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Das
Ringen um den Gipfel des Nanga Parbat beginnt bereits 1895. Der Brite
Albert Frederick Mummery reist mit einer schlagkräftigen Mannschaft
an und findet sich unterhalb der Südwand des "Nanga Parbat"
- "Der Nackte Berg" oder "Diamir" –"König der
Berge", wieder. Vielleicht ahnten sie damals schon, dass sie
vor der höchsten Steilwand der Erde stehen. Für eine Besteigung dieser
Wand war es damals noch zu früh und sie kehren wieder um. 75 Jahre später
erst sollte die 4500 Meter hohe Rupalwand von den Brüdern Reinhold und
Günther Messner durchstiegen werden. Mummery und seine Freunde schlagen
sich auf die Nordwestseite des Berges und erreichen in der später so genannten
Diamirflanke 6100 Meter. Der Weiterweg war ihnen nicht möglich. Auf der
Suche nach einem noch leichteren Weg überqueren drei von ihnen den "Diamaipass",
um so auf die Nordseite des Berges, die spätere Rakhiotseite, zu gelangen.
Sie werden nie mehr gesehen.
Erst 1932 setzt sich unter dem Leiter Willy Merkl eine
"Deutsch-Amerikanische Himalaja-Expedition" zusammen. Der Anstieg
soll über die Rakhiotseite erfolgen. Mit von der Partie ist der Kufsteiner
Peter Aschenbrenner. Sie kommen bis auf wenige hundert Höhenmeter an das
"Tor" zur Gipfelregion, an den Silbersattel, heran. Peter
Aschenbrenner und Herbert Kunigk besteigen zudem erstmals den
7070 Meter hohen Rakhio Peak.
1934 erhält Willy Merkl erneut die Genehmigung für einen Besteigungsversuch
am Nanga Parbat. Die Unternehmung von 1934 wird zu einer nationalen Angelegenheit.
Die grundlegend geänderten politischen Verhältnisse in Deutschland, es
herrscht Diktatur, erleichtern die Durchführung des umfangreichen Vorhabens
nicht unbedingt. Der Expeditionsgruppe gehört wieder Peter Aschenbrenner
an. Ihm zur Seite steht der Tiroler Erwin Schneider. Beide gelten
als hervorragende Leistungsträger der Expedition. Der aus Hall kommende
Willi Bernard komplettiert als Expeditionsarzt das Tiroler Trio.
Die Abreise der ersten Truppe der Expedition erfolgte am 27. März. Das
Hauptlager am Nanga Parbat erreichen sie am 29. Mai. 7000 Kilogramm an
Ausrüstungsmaterial und Verpflegung wurde von zu Hause mitgenommen. Etwa
600 Kulis (Träger) werden für den Transport der Lasten angeheuert, eigene
erfahrene Hochträger "Tigers" aus dem Solo Khumbu, Königreich
Nepal, unterstützen die Expedition. Die Expedition gleicht einem militärischen
Unternehmen mit genau ausgedachter Logistik. Zwei britische Transportoffiziere
unterstützen die Organisation. Trotz des Schicksalsschlages, Alfred
Drexel verstirbt im Lager II an einer Lungenentzündung, gestaltet
sich die Expedition recht erfolgreich. Peter Aschenbrenner und
Erwin Schneider erreichen gemeinsam eine Höhe von 7895 Meter. Der
Gipfelerfolg erscheint zum Greifen nahe. Wenn das Wetter aushält, dann
..... Es schlägt um. In der Nacht auf den 7. Juli baut sich ein Orkan
auf und fesselt die Männer in ihr Zelt auf 7600 Meter. Der tobende Wind,
der Triebschnee gelangt bis in das Zeltinnere, bedrückende Düsternis mitten
im Schneesturm und die Erkenntnis, dass der Gipfel nicht mehr erreicht
werden kann. Die Höhenkrankheit kommt schleichend, zu lange schon befinden
sich die Bergsteiger auf über 7000 Meter. Erschöpfung macht sich breit.
Am 8. Juli morgens wird der Rückzug beschlossen. Schneider und
Aschenbrenner sollen auf Wunsch der Expeditionsleitung zusammen
mit 3 Sherpas vorausgehen, um eine Spur im tiefen Neuschnee zu treten.
Die anderen wollen folgen. Es wird ein Kampf ums Überleben, den die 3
deutschen Bergsteiger – Uli Wieland, Willo Welzenbach, Willy Merkl
und sechs tapfere Hochträger verlieren.
1937 führt Karl Wien eine starke Mannschaft zum Nanga Parbat.
Eine Lawine aus Schnee- und Eismassen löst sich oberhalb vom Lager IV
und begrub darunter fasst die gesamte Mannschaft. Lediglich Uli Luft,
der den Auftrag hatte Proviant mit Trägern ins Lager IV zu transportieren,
entgeht dem weißen Tod.
1938 trat Paul Bauer mit einer neuen schlagkräftigen Mannschaft
an. Der Berg blieb wieder Sieger. Fast ständiges Schlechtwetter und ungünstige
Schneeverhältnisse vereiteln das Erreichen neuer Höhen. Am 22. Juli wird
noch das Lager VI (von 1934) erreicht. Am "Mohrenkopf" werden
die Leichen von Merkl und seinem treuen Sherpa Gyali gefunden.
Dies war der traurige Höhepunkt dieser Expedition.
1939 erinnert sich eine Vier-Mann-Expedition der Deutschen Himalaja-Stiftung
des Weges von Mummery von 1895. Es sollte eine Möglichkeit in der Diamirflanke
erkundet werden. Peter Aufschneiter, Heinrich Harrer, Chicken Lutz
und Hans Lobenhoffer ersteigen eine Höhe von 6100 Meter. Das Bergsteigerquartett
soll für längere Zeit die Heimat nicht mehr sehen. Nach Kriegsausbruch
werden sie vom englischen Militär in einem Lager interniert. Aufschneiter
und Harrer gelingt die Flucht nach Tibet. Dort werden sie Gäste,
dann Angestellte der tibetischen Regierung (7 Jahre Tibet von Heinrich
Harrer). Chicken und Lobenhoffer gelangen erst nach langen
Jahren der Gefangenschaft wieder nach Deutschland zurück.
1953 erfolgt die nächste Expedition und auch die erfolgreiche
Erstbesteigung. Der Münchner Arzt Karl Maria Herrligkoffer will
das Vermächtnis seines Halbbruder Willy Merkls vollenden und organisiert
eine Expedition zum Nanga Parbat. Herrligkoffer, dessen Stärken
mehr im organisatorischen als im bergsteigerischen Bereich liegen, kann
Peter Aschenbrenner "Himalaya-Peter" als bergsteigerischen
Expeditionsleiter gewinnen. Hermann Buhl erreicht am 3. Juli 1953 gegen
19 Uhr den Gipfel. 41 Stunden nach seinem Aufbruch vom Hochlager erreicht
Buhl wieder das sichere Lager, wo er von seinen Kameraden empfangen wird.
Karl Maria Herrligkoffer sucht noch andere Wege auf den Nanga
Parbat und organisiert 1961 eine weitere Expedition. Er führt sie an die
Diamirseite des "Nangas". Jörg Lehne knackt die Schlüsselstelle
der Flanke, V. Schwierigkeitsgrad im Fels über 6000 Meter. Die anspruchsvollen
Passagen der Diamirflanke werden alle gemeistert. Der Gipfel wurde dennoch
nicht erreicht.
1962 reist Herrligkoffer wieder an und es gelingt den
Expeditionsteilnehmern den Nanga Parbat über die Diamirflanke zu ersteigen.
Siegi Löw und Toni Kinshofer, beide waren 1961 mit dabei,
gelang wieder die Bewältigung der Schlüsselpassagen in der Diamirflanke
und der Weg war frei zum Gipfel. So wurde die erste Zweitroute an einem
Achttausender geschafft. Löw konnte den Gipfelsieg nicht genießen. Er
rutschte beim Gipfelabstieg aus und erlag wenigen Stunden darauf seinen
Verletzungen.
In den Jahren danach folgen mehrere Expeditionen ohne rechten Erfolg.
Erst ab 1970 setzt eine neue Ära im Himmalayabergsteigen ein. Die
4500 Meter hohe Rupal-Flanke wird von Felix Kuen, Peter Scholz
und den Brüdern Reinhold und Günther Messner bezwungen. Letztere
wagen die Überschreitung und steigen die Diamirflanke ab. Günther Messner
findet am untersten Ende der "Mummery-Route" durch einen Lawinenabgang
den Tod. Zahlreiche Expeditionen suchten in der Zwischenzeit den Nanga
Parbat mit mehr oder minder großen Erfolg auf. Erwähnenswert wären sie
alle. Jedes Unternehmen hat ihre eigene Geschichte. Aufsehenerregend war
Messners-Alleingang 1978 über eine neue Route in der Diamirflanke.
In 3 Tagen erreicht er den Gipfel. Sein Abstieg wurde vom schlechten Wetter
und einer gewaltigen Lawine, die seine Aufstiegsroute verschüttete, beeinträchtigt.
Erst nach 12 Tagen gelangt er in das Basislager zurück, wo man bereits
mit seinem Tod gerechnet hatte.
Bilder aus dem Archiv der Familie Aschenbrenner.
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