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Broad Peak / Chogolisa 2006 „Auf den Spuren von Hermann Buhl“ >>> click hier

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Eintrag vom 2006-06-25

Am Samstag den 24. Juni 2006 war es dann soweit. Nachdem wir in den Tagen zuvor wieder viel Gepäck in die Hochlager gebracht hatten, starteten wir gegen 01.00 Uhr vom Lager 3 aus. Das Ruhen auf 6900 Meter ging einigermaßen gut, jedoch spürten wir, dass unsere Anpassung an die Höhe noch besser sein könnte.

Wortlos verlassen wir die Zelte. Jeder ist auf sich selbst konzentriert. Langsamen Schrittes steigen wir die ersten 100 Höhenmeter empor. Wir kommen beim Zelt der Australier vorbei. Drei verwegene Alpinisten, mit denen wir in den Tagen zuvor bereits Freundschaft geschlossen hatten. Terry hörte uns bereits kommen und steigt aus seinem Zelt heraus. Wortlos schließt er sich uns an. Keiner verlässt seitlich die Spur, die wir langsam den Berg aufwärts ziehen. Wind kommt auf. Das Thermometer fällt tiefer ab. Die Bewegungen mit unseren Zehen werden schneller. Einmal achte ich nicht darauf und schon krabbelt die Kälte erbarmungslos meinen Vorfuß hoch. Hektisches Bewegen schützt mich vor Schäden. Diesmal kommt mir die Dunkelheit der Nacht besonders lang vor. Heute dürfte Neumond sein. Es ist absolut dunkel.Resl, er steigt als erster vor, findet offenbar ohne Irritierung den idealen Aufstieg. Die Temperatur fällt noch weiter ab. Einzelne von uns empfinden zu starke Schmerzen in den Zehen und entscheiden sich zur Umkehr.

Endlich bricht der Tag heran. Der K2 im Morgenlicht, die anderen Gipfel folgen. Wir bleiben kurz stehen und ergötzen uns an dem Naturschauspiel. Die Kälte treibt uns aber weiter. Es soll noch Stunden dauern, bis wir die ersten Sonnenstrahlen genießen können. Der Schnee wird immer unangenehmer zum Spuren. Teils "Plattenpulver", teils grundloser Schnee. Wir schaffen lediglich zwischen 30 und 130 Höhenmeter in der Stunde. Tendenz fallend. Gegen 11.00 Uhr befinden wir uns "bei der großen Spalte" auf 7550 Meter. Wir können schon seit langem bis zur langersehnten Scharte blicken. Sie liegt auf 7800 Meter. Aber sie kommt nicht näher. Es ist keine Besserung der Schneequalität zu erwarten und wir entschließen uns zur Umkehr. Die Zeit hätte nicht mehr ausgereicht, um bei Tageslicht den Gipfel zu erreichen. Wir haben uns sehr verausgabt. Trotzdem schaffen wir es alle unversehrt in das 2600 Meter tiefer liegende Basislager abzusteigen.


 


 


 


 


 


 

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