Markus ist zu Hause

6. August 2007 | Kategorie: Expeditionstagebuch

Es hat sich alles zum Guten gewendet. Die Urne mit der Asche von Markus wird demnächst in Kufstein beigesetzt.

Zur Bergung:
Sie war sicherlich sehr schwierig und nur durch eine ausgezeichnete Strategie durchzuführen. Teamarbeit stand an vorderster Stelle.
Zusammenfassend kann gesagt werden, je steiler der Berg, desto einfacher ist die Bergung! Flaches Gelände, bergauf oder auch Quergänge sind enorm schwierig zu bewältigen und erfordern einen größeren Personenaufwand als in steilerem Gelände.

Wie geht’s weiter:
Die Täler aus denen unsere Hochträger kamen sind besonders arm. Es gibt kaum sauberes Trinkwasser und die Einwohner dort können Ihre Kinder nicht auf die Schule schicken, weil Ihnen meist das Geld fehlt.
Ich werde daher eine “Markus Kronthaler Mountain Rescue Foundation” gründen mit folgendem Hintergrund:
In sehr vielen Ländern mit höheren Bergen gibt es vorort eine Bergrettung. Im Baltoro ist so eine Organisation leider nicht vorhanden.
Mit der “Markus Kronthaler Mountain Rescue Foundation” habe ich das Ziel, unsere Hochträger in Bergrettungstechniken auszubilden und mit Bergrettungsequipment auszurüsten. Im Sommer werden die ehemaligen Hochträger als Bergrettungsleute im “Baltoro” eingesetzt - gegen Bezahlung. Die Standorte könnten vorerst sein: Broad Peak Basislager und Gasherbrum Basislager. Im Winter könnten diese Bergrettungsmänner eigene pakistanische Bergsteiger ausbilden. Auch hier würden sie Entgelt dafür erhalten. Somit erhalten die Einheimischen ein relativ regelmäßiges Einkommen und die Expeditionen haben einen Bergrettungsservice, der dem einen oder anderen das Leben retten kann. Außerdem könnten verstorbene Bergsteiger zu Tal gebracht werden. Um erfolgreich arbeiten zu können ist es sicher sinnvoll mit verschiedenen alpinen Verbänden zusammen zu arbeiten. Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Zusammenarbeit gelingen könnte. (Auf meiner Internetseite werde ich so nach und nach über den Stand der Foundation berichten.)

Abschließend bleibt mir nur eins:
Danke zu sagen an all’ diejenigen welche die Expedition mit ihren Gefühlen begleitet haben. Danke zu sagen an all’ jene, die mit dem Grußkartenbeitrag die Bergung von Markus unterstützt haben. Danke zu sagen an all’ die Sponsoren, die keine Scheu hatten mit dem Thema Tod. Ohne unsere Sponsoren wäre es nicht möglich gewesen, die Expedition durchzuführen. Ein besonderer Dank geht an die Firma mobilkom Austria, ohne deren Satellitentelefon es nicht möglich gewesen wäre, das Internet zu aktualisieren oder täglich meine Eltern anzurufen. Danke an Dr. Karl Gabl von der Wetterdienststelle Innsbruck für die oft stundengenaue Wetterprognose. Ebenso ein großes Dankeschön an die Medien, die unsere Bergung, aber auch unsere Botschaft in die Welt hinausgetragen haben. An die Freunde von Pro7 Galileo, die unsere Expedition nicht nur filmisch begleitet haben, sondern auch ein moralischer Rückhalt waren. An mein Team zuhause, die vielleicht nicht so im Rampenlicht standen, jedoch ohne deren Arbeit, diese Expedition nie so erfolgreich gewesen wäre. Nicht zuletzt aber ein besonderer Dank an meine Freunde vor Ort, angefangen von unseren sechs pakistanischen Hochträgern Mohammed Khan, Mohammed Amin, Ghulam Hussain, Rozi Ali, Mohamad Hakim und “Little” Mohammad Hussain; meinen Mitstreitern Stefan Lackner und Paul Koller; Hubert Rieger, mit dem ich das Zelt am Berg geteilt habe; Markus Riedel und Bernd Welz, die in der Lage waren im Basislager unseren Adrenalinspiegel zu senken. An die Mitorganisatoren der Expedition Yasminetours und Gerfried Göschl. Und ein besonderer Dank an meine Eltern, die mit riesigen Ängsten mehr als 1 ½ Monate leben mussten, dass sie trotzdem mit der Expedition einverstanden waren.

Grab von Markus Kronthaler in Kufstein
Grab von Markus Kronthaler in Kufstein
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